Überwinterer

Winterstörche im Oktober 2015 gezählt

Winterstörche 2015

Zurzeit sind ca. 25 Störche in Schierstein geblieben. Man kann davon ausgehen, dass sie erfolgreich überwintern und in 2016 den Grundstock für ein erfolgreiches Storchenjahr bilden.

 

Überwinterer in Wiesbaden-Schierstein

Unsere Vereins-Chronik zeichnet die ersten Überwinterer zum Jahreswechsel 1984/85 erstmals auf; es überwintern keine Jungtiere: Die Aufzeichnungen erfolgen nicht kontinuierlich, da sich im Laufe der Jahre herausgestellt hat, dass in jedem Winter einige Faulpelze auf den Zug in die südlichen Überwinterungsgebiete verzichten und sie sozusagen zum Schiersteiner „Inventar“ gehören und nicht unbedingt mehr eigens erwähnt werden müssen. Die Überwinterer sind ausschliesslich Altstörche.

Normalerweise ziehen die Schiersteiner Störche Ende August/Anfang September auf der Westroute über die Straße von Gibraltar bis nach Mauretanien und Mali (Länder, aus denen uns Fundmeldungen erreichten).

Viele Störche bleiben inzwischen in Südspanien oder sogar Südfrankreich hängen. Zum Vergleich einige Zahlen:

1984/85 22 Störche haben den Winter gut überstanden
1993/94 14 Überwinterer
1995/96 20 Überwinterer
1996/97 16 Überwinterer
2003/04 24 Überwinterer
2004/05 29 Überwinterer
2005/06 47 Überwinterer !
2010/11 23 Überwinterer
2012/13 14 Überwinterer
2014 ca. 20 Überwinterer
2015 ca. 25 Überwinterer

Zufütterung eingestellt in 2005

Bis zum Jahre 2004 wurden die Überwinterer mit Eintagsküken zugefüttert; die Zufütterung wurde 2005 eingestellt. Grund: Störche sind wildlebende Tiere, die sich in ihrem Habitat selbst zurechtfinden und versorgen müssen. Im Winter finden sie an Flussläufen noch Fische, auf Deponien Mäuse und Essensreste. Störche sind Aasfresser und nehmen auch gern mal mit einer toten Maus vorlieb. Der Hintergedanke der Einstellung der Zufütterung war auch, die Störche zu motivieren, im Winter wieder zu ihren afrikanischen Futterplätzen aufzubrechen.

Warum viele Störche mittlerweile hier bleiben, hängt nicht unbedingt mit den veränderten Witterungsbedingungen zusammen. (Überwinterer gibt es auch in anderen Gegenden Deutschlands). Die Wissenschaftler versuchen gegenwärtig, dieses Phänomen zu entschlüsseln. Wir sind auf das Ergebnis gespannt.